Im Jahr 2011 feierte die erste Staffel von „American Horror Story“ (kurz AHS) ihre Premiere in den USA. Damit fiel der Startschuss für eine der erfolgreichsten Serien der letzten 15 Jahre, die bis heute Fans auf der ganzen Welt zum Gruseln bringt und begeistert. Die Idee für dieses außergewöhnliche TV-Format stammt von Ryan Murphy und Brad Falchuk, die uns seitdem fast jedes Jahr passend zum Beginn der dunklen Jahreszeit mit einer Staffel „schocken“. Fast, denn zwischendurch gab es Pausen, dazu später mehr.
Bei mir persönlich dauerte es zunächst eine gewisse Zeit, bis ich auf die Serie aufmerksam wurde. Doch nachdem ich immer häufiger über Clips und positive Berichte im Netz gestolpert war, hatte mich die Neugier gepackt, und ich wollte unbedingt selbst mal reinschauen. Schon nach den ersten Minuten war für mich als bekennenden Horror-Fan sofort klar: Das passt, das wird MEINE Serie! Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und weil sich seit der ersten Version dieses Artikels einiges getan hat (vier neue Staffeln, ein Spin-off, ein Comeback, mit dem niemand gerechnet hat), war es Zeit für ein großes Update.
Wo schaue ich AHS in Deutschland? Alle bisherigen Staffeln laufen bei uns auf Disney+, ebenso das Spin-off „American Horror Stories“. Die neue 13. Staffel startet am 24. September 2026 in den USA bei FX und läuft bei uns ebenfalls auf Disney+. Ob die Folgen zeitgleich mit dem US-Start erscheinen oder leicht versetzt, war bei Redaktionsschluss noch nicht offiziell bestätigt.
Anthologie: Immer was Neues
Bei „American Horror Story“ handelt es sich um eine Anthologie-Serie. Das bedeutet, dass jede einzelne Staffel eine abgeschlossene Geschichte erzählt. Neues Setting, neue Charaktere, neue Handlung, es wird also definitiv nie langweilig. Zeitsprünge in der Handlung gehören allerdings in jeder Staffel dazu. Eine ordentliche Portion Horror ist bei dem Titel immer garantiert, wobei man ganz unterschiedliche Szenarien erlebt und verschiedene Ängste angesprochen werden. Es folgt eine kurze Übersicht der einzelnen Staffeln, aber keine ANGST, zu viel wird nicht verraten. ;-)
Staffel 1: „Murder House“ (2011)
Im Mittelpunkt der 1. Staffel steht Familie Harmon, die eine nicht gerade einfache Zeit hinter sich hat. Vivien Harmon wird von ihrem Ehemann Ben mit einer seiner Schülerinnen betrogen, nachdem sie bereits eine Fehlgeburt zu verkraften hatte. Um ihre Beziehung zu retten, wollen sie einen Neuanfang versuchen und ziehen mit ihrer Tochter Violet nach Los Angeles in ein großes, altes Haus. Im weiteren Verlauf werden sie allerdings immer mehr mit der dunklen Vergangenheit und den Geheimnissen des Hauses konfrontiert. Als wäre das noch nicht genug, müssen sie sich zudem mit Nachbarin Constance und dem ein oder anderen ungebetenen Gast herumärgern.
Das klingt vielleicht nach einer dieser typischen Geisterhaus-Geschichten, wie man sie schon gefühlt tausendmal gesehen hat, aber keine Sorge: AHS weicht vom üblichen Klischee ab.
Staffel 2: „Asylum“ (2012)
Die Handlung der 2. Staffel findet hauptsächlich Anfang der 60er Jahre statt. Im Zentrum steht diesmal die von der katholischen Kirche betriebene Nervenheilanstalt Briarcliff in Massachusetts. Nonne Sister Jude Martin leitet die Einrichtung mit harter Hand. Das bekommt auch Kit Walker zu spüren, der für den Massenmörder Bloody Face gehalten und in die Anstalt eingewiesen wird. Reporterin Lana Winters, die für Sister Judes Empfinden ein etwas zu großes Interesse an diesem Fall zeigt, wird schließlich auch ihre Homosexualität zum Verhängnis, und sie findet sich als Insassin in Briarcliff wieder. Die Patienten machen u.a. auch Bekanntschaft mit dem sadistischen Arzt Dr. Arthur Arden, der mit grausamen Experimenten am Menschen schockiert.
In dieser Staffel erwartet den Zuschauer ein „bunter“ Themenmix. Neben dem Alltag in der Nervenheilanstalt und den zugegeben etwas durchgeknallten Insassen wird man zudem mit Aliens und Dämonen konfrontiert, auch gibt es einen Bezug zur NS-Zeit! Diese Mischung wirkt auf den ersten Blick sicherlich total abgedreht, die Staffel bezieht aber gerade daraus ihren Reiz.
Staffel 3: „Coven“ (2013)
Staffel Nummer 3 springt wieder in die Gegenwart, Handlungsort ist diesmal New Orleans. Im Mittelpunkt steht ein dort ansässiger Hexenzirkel und die zugehörige Miss Robichaux's Akademie für außergewöhnliche junge Damen. Aktuelle Leiterin der Schule ist Cordelia Foxx, die die Junghexen Zoe, Madison, Nan, Queenie und später auch Misty lehrt, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren und richtig mit ihnen umzugehen. Aber leicht haben sie es nicht, so machen sie bald Bekanntschaft mit Cordelias Mutter Fiona Goode, der derzeitigen Supreme des Zirkels. Diese hat in vielerlei Hinsicht ihre ganz eigenen Ansichten, zudem sucht sie verzweifelt nach der ewigen Jugend und ist so gar nicht scharf auf eine baldige Ablösung als Oberste. Auch außerhalb des Zirkels herrscht Konfliktpotenzial. So müssen die Hexen mit der fehlenden Akzeptanz gegenüber ihresgleichen kämpfen und werden sogar von Hexenjägern verfolgt, was sie dazu zwingt im Geheimen zu handeln. Darüber hinaus besteht schon seit vielen Jahren eine überaus angespannte Beziehung zu den Voodoo-Hexen in der Stadt, allen voran deren Königin Marie Laveau. Die Situation eskaliert, als dann auch noch Delphine LaLaurie, eine sadistische Sklavenhalterin der Vergangenheit, wieder auftaucht.
In „Coven“ ist echte Frauenpower angesagt, und spätestens hier kommen auch die eingefleischten Hexen-Fans auf ihre Kosten. Merkt euch diese Staffel gut, sie wird noch wichtig.
Staffel 4: „Freak Show“ (2014)
Die 4. Staffel spielt Anfang der 50er Jahre in Jupiter/Florida. Wie der Titel bereits vermuten lässt, steht diesmal eine Freak Show im Zentrum des Geschehens. Geleitet wird sie von der gebürtigen Deutschen Elsa Mars, die ihr passenderweise den Namen „Fräulein Elsa's Kuriositätenkabinett“ gab. Ein besonderes Highlight sind die außergewöhnlichen Protagonisten der Show, so machen wir u.a. Bekanntschaft mit dem Lobster Boy Jimmy, der bärtigen Frau Ethel sowie den Siamesischen Zwillingen Bette und Dot. Schon in der Vergangenheit hatten sie es alles andere als leicht und mussten um ihre Akzeptanz kämpfen. Als nun auch noch eine Mordserie in der Umgebung für Aufsehen sorgt, steigt das Misstrauen in der Bevölkerung weiter, schließlich erscheinen ihnen diese sonderbaren Personen gleich als Hauptverdächtige. In Wahrheit steckt allerdings Twisty der Clown dahinter, der in der Gegend sein Unwesen treibt. Und als wäre das noch nicht genug, tritt auch noch das verwöhnte Muttersöhnchen Dandy Mott auf den Plan. Dieser fühlt sich auf eine ganz eigene Art und Weise zu den Freaks, insbesondere zu Bette und Dot, hingezogen. Außerdem ist er fasziniert von Twisty und eifert diesem nach.
In „Freak Show“ erlebt man den Kontrast aus bunten Zirkuselementen mit passender, musikalischer Untermalung und teils sehr abgründigen Gewaltszenen. Wieder mal also ein Stilmix, der während der ganzen Staffel eine stimmige Atmosphäre schafft. Und ganz nebenbei erlebt man mit Dandy, gespielt von Finn Wittrock, in meinen Augen einen der größten Psychopathen der Serie.
Staffel 5: „Hotel“ (2015)
In Staffel 5 geht es wieder mal in das Los Angeles der Gegenwart, zentraler Handlungsort ist nunmehr das fiktive Hotel Cortez. Und wie es sich gehört, scheint mit diesem etwas so gar nicht zu stimmen. Tatsächlich wurde es im Jahr 1925 von James Patrick March als eine Art „Hotel des Todes“ erbaut. Das Cortez ist voll von dunklen Geheimnissen, und die Protagonisten vor Ort tragen zur gruselig-schaurigen Atmosphäre bei. So trifft man u.a. auf mysteriöse Angestellte wie Iris an der Rezeption und Liz Taylor an der Bar sowie auf Stammgast Sally. Darüber hinaus macht man Bekanntschaft mit der geheimnisvollen Elizabeth, auch bekannt als die „Countess“, in deren Besitz sich das Hotel gegenwärtig befindet. Mr. March treibt sich aktuell immer noch in den Räumlichkeiten herum.
In der Stadt sorgt derweil eine Mordserie für Aufsehen. Die Polizei ist auf der Suche nach dem „10-Gebote-Mörder“, die Ermittlungen führen Detective John Lowe dabei auch ins Cortez.
In „Hotel“ müssen wir das erste Mal ohne Jessica Lange auskommen, stattdessen hat Lady Gaga eine zentrale Rolle übernommen, die in ihrer Rolle als „Countess“ einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Staffel 6: „Roanoke“ (2016)
Gegenstand der 6. Staffel ist die fiktive Dokumentation „My Roanoke Nightmare“. Der Inhalt dieser gestaltet sich als Mix aus Interviews mit den Betroffenen sowie nachgestellten Szenen mit Schauspielern. Berichtet werden darin die Erlebnisse von Shelby und ihrem Mann Matt Miller. Das Paar hat eine schwere Zeit hinter sich und entschließt sich daher, in ein Haus auf Roanoke Island zu ziehen, um einen Neuanfang zu wagen. Mit der Zeit häufen sich allerdings in der Umgebung paranormale Vorfälle und treiben die beiden und später auch Matts Schwester Lee mehr und mehr zur Verzweiflung. Es stellt sich heraus, dass sich jedes Jahr zur Blutmond-Zeit mysteriöse Gestalten wie „die Metzgerin“ und Hexe Scáthach herumtreiben und es auf die Menschen in der Gegend abgesehen haben. Doch Shelby und Matt gelingt es schließlich, dem Schrecken zu entkommen. Im Verlauf der Staffel kommt es zu einer überraschenden Entwicklung, doch jedes Wort darüber würde an dieser Stelle zu viel verraten.
„Roanoke“ setzt sich mit dem Reality TV auseinander und hebt sich durch den Dokumentations-Stil doch schon sehr deutlich von den anderen Staffeln ab.
Staffel 7: „Cult“ (2017)
Schauplatz der 7. AHS Staffel ist Michigan im Jahr 2016. Im Fokus steht einerseits Kai Anderson, ein fanatischer Anhänger von Donald Trump. Dieser baut in Folge der Präsidentschaftswahlen eine Sekte auf, die im weiteren Verlauf in der Umgebung für Angst und Schrecken sorgt. Andererseits richtet sich der Blick auf Ally Mayfair-Richards, die mit ihrer Frau Ivy und dem gemeinsamen Sohn Oz zusammenlebt. Ally wurde in der Vergangenheit von Phobien geplagt, bspw. vor Clowns und Blut. Sehr zu ihrem Leidwesen treten diese Ängste nach den Vorkommnissen der Wahl wieder in den Vordergrund. Doch im weiteren Verlauf der Staffel gibt es einige Überraschungsmomente und eine Entwicklung, die man, typisch AHS, nicht unbedingt erwarten konnte.
Falls jemand an Trypophobie leiden sollte, dann muss sich dieser in „Cult“ auf einiges gefasst machen. ;-)
Staffel 8: „Apocalypse“ (2018)
Der Titel der 8. AHS Season, wie bei den bisherigen Staffeln ein lang gehütetes Geheimnis, lautet „Apocalypse“. Es handelt sich dabei um das lang ersehnte Crossover aus „Murder House“ und „Coven“. Wir können uns also über ein Wiedersehen mit vielen „alten“ Gesichtern freuen, zudem gibt es die Rückkehr an einige bereits bekannte Kulissen.
Die Staffel beginnt gleich mit dem Paukenschlag: Die nukleare Apokalypse hat fast die gesamte Menschheit auf der Erde ausgelöscht, zurück bleibt eine zerstörte, radioaktiv verseuchte Erdoberfläche. Einige wenige Auserwählte konnten sich rechtzeitig in den Bunker „Outpost 3“ retten. Das Zusammenleben allerdings gestaltet sich schwierig und kompliziert, insbesondere die Leitung des Bunkers hat ihre ganz eigene Ideologie und es herrschen strikte Regeln. Die Lage spitzt sich zu, als der mysteriöse Michael Langdon im Bunker auftaucht, der sich als Gesandter der Kooperative vorstellt, die sich der Gestaltung der post-apokalyptischen Zukunft verschrieben hat. Doch mit dem geheimnisvollen Neuankömmling und dessen düsteren Absichten hat es mehr auf sich. Im weiteren Verlauf tauchen wir in seine Vergangenheit ein, erfahren alles zu seiner Herkunft und seiner Identität als Antichrist.
Es kommt zu einem Wiedersehen mit bekannten Charakteren, eine entscheidende Rolle spielen die Hexen aus „Coven“, die die von Michael ausgehende Bedrohung erkennen und sich gegen ihn stellen. Die Hexen versuchen alles, um die zu befürchtende Katastrophe am Ende doch noch zu verhindern.
Staffel 9: „1984“ (2019)
Nach dem großen Crossover ging es 2019 zurück zu den Wurzeln des Genres, und zwar zu den Slasher-Filmen der 70er und 80er. „1984“ ist eine offene Liebeserklärung an „Freitag der 13.“, „Halloween“ und „A Nightmare on Elm Street“, inklusive Synthie-Soundtrack, Aerobic-Outfits und Neonfarben.
Zentraler Handlungsort ist Camp Redwood, ein auf den ersten Blick idyllisches Sommercamp, in dem die fünf Freunde Brooke (Emma Roberts), Montana (Billie Lourd), Xavier (Cody Fern), Chet (Gus Kenworthy) und Ray (DeRon Horton) ihre Jobs als Betreuer antreten. Das Camp hat allerdings eine düstere Vergangenheit: Vierzehn Jahre zuvor gab es hier ein Massaker, und dessen Täter „Mr. Jingles“ ist gerade aus der Psychiatrie ausgebrochen. Als wäre das nicht genug, hat sich auch noch der Night Stalker Richard Ramirez an Brookes Fersen geheftet.
Was als klassischer Slasher beginnt, nimmt in der zweiten Hälfte eine Wendung, die den ganzen Camp-Mythos auf den Kopf stellt. Mehr sage ich nicht. ;-)
Mit nur neun Folgen ist „1984“ eine der kürzesten Staffeln. Und es war die erste ohne Sarah Paulson und Evan Peters, was bei vielen Fans, mich eingeschlossen, damals für etwas Ernüchterung gesorgt hat. Trotz allem haben mich die abwechslungsreiche Atmosphäre und der bunte Stilmix hier sehr begeistert, und ich hatte sehr viel Spaß mit „1984“.
Staffel 10: „Double Feature“ (2021)
Die Corona-Pandemie hat auch vor AHS nicht haltgemacht, die 10. Staffel kam mit einem Jahr Verspätung. Dafür gab es dann gleich zwei Geschichten in einer: „Double Feature“ besteht aus zwei getrennten Teilen mit teilweise unterschiedlichem Cast und unterschiedlichem Setting.
Teil 1, „Red Tide“, spielt im winterlich verlassenen Küstenstädtchen Provincetown. Der erfolglose Drehbuchautor Harry Gardner zieht mit seiner schwangeren Frau Doris und Tochter Alma dorthin, um endlich in Ruhe zu schreiben und seine Blockade zu überwinden. Vor Ort gelangt er über Belle Noir und Austin Sommers, zwei recht erfolgreiche Autoren aus der Umgebung, an eine mysteriöse schwarze Pille mit dem Namen „Muse“, die Kreativität und Talent explodieren lässt. Der Preis dafür ist allerdings ein ziemlich unangenehmer Blutdurst. Finn Wittrock, Frances Conroy, Lily Rabe, Macaulay Culkin und Sarah Paulson als „Tuberculosis Karen“ spielen hier ganz groß auf.
Teil 2, „Death Valley“, wechselt komplett das Thema und pendelt zwischen den 50er Jahren in Schwarz-Weiß und der Gegenwart in Farbe. Es geht um Aliens, Area 51 und einen Deal, den Präsident Eisenhower mit Außerirdischen geschlossen haben soll. Als in der Gegenwart vier Studierende nach einem Campingausflug in der Wüste und einer äußerst rätselhaften Begegnung verschwinden, geraten sie direkt in den Sog dieser jahrzehntealten Verschwörung. Was als historisches Geheimnis begann, entwickelt sich so schnell zu einer existenziellen Bedrohung für die Zukunft der gesamten Menschheit.
Meine Meinung zu dieser Staffel ist, wie wohl bei vielen Fans, sehr gespalten. Sie hat mit „Red Tide“ super begonnen, düstere Horror-Atmosphäre mit tollen Charakteren, es wurde viel Potenzial aufgebaut, das dann aber leider etwas verschenkt wurde. Tatsächlich hätte ich mir eine gesamte Staffel im Red-Tide-Setting gewünscht und dafür auf „Death Valley“ verzichtet. Bis auf die ein oder andere nette Schwarz-Weiß-Szene haben mir diese Folgen eher weniger gefallen und eher für Fragen gesorgt.
Staffel 11: „NYC“ (2022)
Mit „NYC“ wagt sich die Serie an etwas, das man so von AHS nicht kannte: eine Staffel fast ohne Übernatürliches, dafür mit einem sehr realen Schrecken. Wir sind im New York des Jahres 1981. In der schwulen Community der Stadt verschwinden Männer, ein Serienmörder treibt sich in den Bars und Clubs herum, die Polizei schaut weg. Gleichzeitig tauchen erste Berichte über eine unbekannte Krankheit auf, die sich unter den Männern ausbreitet.
„NYC“ erzählt die Anfänge der AIDS-Krise als Horrorgeschichte, ohne das Wort lange auszusprechen. Der gruselige „Big Daddy“ in Leder, der durch die Stadt streift, ist dabei weniger Killer als Metapher. Russell Tovey, Joe Mantello, Zachary Quinto, Patti LuPone und Billie Lourd tragen die Staffel, Sarah Paulson und Evan Peters fehlen erneut.
Für viele war „NYC“ zu wenig AHS, für andere die erwachsenste Staffel der Serie. Sie hat polarisiert und wurde unter Kritikern und Fans stark diskutiert und mit sehr unterschiedlichen Reaktionen bedacht. „NYC“ hat definitiv mal was Neues ausprobiert und mich auch durchaus unterhalten, zu meinen Favoriten zählt sie aber nicht.
Staffel 12: „Delicate“ (2023-2024)
„Delicate“ war in mehrfacher Hinsicht eine Premiere. Erstens basiert die Staffel zum ersten Mal auf einem Roman, nämlich „Delicate Condition“ von Danielle Valentine. Zweitens hat zum ersten Mal weder Ryan Murphy noch Brad Falchuk die Staffel geschrieben, sondern Halley Feiffer als Showrunnerin. Und drittens: Kim Kardashian. Ja, wirklich.
Im Mittelpunkt steht die Schauspielerin Anna Victoria Alcott (Emma Roberts), die mitten in ihrer Oscar-Kampagne verzweifelt versucht, per künstlicher Befruchtung schwanger zu werden. Als es endlich klappt, häufen sich unheimliche Vorfälle, und Anna ist sich immer weniger sicher, wem sie noch trauen kann. Ihrer Publizistin Siobhan (Kim Kardashian) vielleicht? Oder ihrem Ehemann? Wer „Rosemary's Baby“ kennt, ahnt, wohin die Reise geht.
Die Staffel wurde durch die Hollywood-Streiks 2023 in zwei Teile zerrissen, Teil 2 kam erst im April 2024. Das hat der Spannung nicht gutgetan. Und Kim Kardashian war, das muss man ehrlich sagen, besser als befürchtet, aber die Staffel gehört bei den meisten Fans zu den schwächeren. Bei mir auch.
Staffel 13: „AHS: 13“ (2026) - Alle zusammen gegen das Böse
Und jetzt der Grund, warum dieser Artikel ein Update bekommen hat. Nach zwei Jahren Pause kehrt AHS am 24. September 2026 zurück, und zwar nicht mit einer normalen Staffel, sondern mit dem, was Ryan Murphy selbst mit den Avengers vergleicht: Figuren aus allen bisherigen Staffeln treffen aufeinander und kämpfen gemeinsam gegen das ultimative Böse.
Das Format ist neu: 13 Folgen mit angeblich jeweils nur einer halben Stunde. In den ersten beiden Wochen gibt es je drei Episoden, danach zwei pro Woche bis zum Finale am 29. Oktober, also pünktlich zu Halloween. Die Zahl 13 zieht sich als Motiv durch die ganze Staffel, mit Episodentiteln wie „Rauhnacht“, „1:13 AM“ oder „The Return of Devil's Night“, was Fans von „Hotel“ sofort etwas sagen dürfte.
Und der Cast: Sarah Paulson, Evan Peters, Angela Bassett, Kathy Bates, Emma Roberts, Billie Lourd, Gabourey Sidibe, Leslie Grossman, Frances Conroy, Jamie Brewer, Mena Suvari. Dazu Neuzugänge wie John Waters, Tig Notaro, Madelaine Petsch und Paul Anthony Kelly, der laut Murphy eine Schlüsselrolle spielt, über die noch nichts verraten wird. Ebenfalls neu dabei sein sollte ursprünglich Ariana Grande, sie musste aber wegen eines Terminkonflikts mit ihrer Tournee doch passen.
Die eigentliche Sensation aber ist Jessica Lange. Noch Anfang 2025 hatte sie eine Rückkehr kategorisch ausgeschlossen, und Murphy hat inzwischen gesagt, dass er die Staffel ohne sie gar nicht gemacht hätte. Jetzt ist sie da, und zwar gleich in allen vier ihrer Rollen (HYPE!): Constance Langdon, Sister Jude, Fiona Goode und Elsa Mars. Und ganz frisch angeteasert: Jessica Lange spielt sogar noch einen geheimen, neuen fünften Charakter. Wer das wohl sein wird?
Der Trailer beginnt mit Elsa Mars auf der Bühne, dann verkündet James Patrick March, dass „Hexenjagd-Saison“ sei, und die Hexen aus „Coven“ spazieren durch New Orleans. Cordelia spürt eine Bedrohung, Madison schwebt über ihrem Bett, Twisty der Clown ist wieder da, Kai Anderson erklärt, es sei „unsere dunkelste Zeit des Jahres“. Wer nach „Apocalypse“ dachte, das Crossover-Pulver sei verschossen, wird hier eines Besseren belehrt.
Cast: Neue Charaktere, alte Gesichter
Das Spannende am Anthologie-Format ist, dass man immer wieder mit neuen Geschichten und Themen überrascht wird. Demzufolge kann man sich auch immer wieder auf neue (durchgeknallte) Charaktere und Schauspieler freuen. Doch genauso schön ist es, bereits bekannte und lieb gewonnene Gesichter im Cast wiederzufinden. Bislang ist bereits eine ganze Reihe an Schauspielern in mehreren Staffeln aufgetreten, diese sind dabei in ganz unterschiedliche Rollen geschlüpft. Besonders entgegenkommend für das Fanherz, man muss sich also nicht zwingend schon nach einer Staffel von seinem neuen Lieblingsschauspieler verabschieden. Stattdessen kann man ihn in einer völlig neuen Rolle erleben.
Unter den AHS-Darstellern gibt es sogar echte Dauerbrenner. Die Fanlieblinge Evan Peters und Sarah Paulson waren in den Staffeln 1 bis 8 ununterbrochen dabei, fehlten in „1984“, kamen für „Double Feature“ zurück und setzten dann für „NYC“ und „Delicate“ erneut aus. In Staffel 13 sind beide wieder da, und wie: Paulson spielt wohl gleich fünf oder sechs ihrer alten Figuren, darunter Cordelia Goode, Sally McKenna, Tuberculosis Karen und Mamie Eisenhower. Peters übernimmt einige seiner früheren Rollen, darunter Tate Langdon, den Rubber Man, James Patrick March und Kai Anderson. Auch Lily Rabe war bis auf „Cult“ in jeder der ersten zehn Staffeln zu sehen.
Von den bereits erwähnten Verbindungen zwischen den Staffeln sind mittlerweile auch mehr und mehr Charaktere der Serie betroffen. Heißt im Klartext, dass einige Schauspieler ein und dieselbe Rolle in mehreren Seasons verkörpert haben.
Die erste „Rückkehrerin“ und gleichzeitig eine der beliebtesten Protagonisten ist Pepper, gespielt von Naomi Grossman. In „Asylum“ ist sie bereits als eine der Insassen in Briarcliff zu sehen. In Staffel 4, die etwa ein Jahrzehnt vor Staffel 2 spielt, ist Pepper zunächst noch ein Teil von Elsas Freak Show. Im weiteren Verlauf wird gezeigt, wie sie schließlich von dort nach Briarcliff kommt, wodurch auch Lily Rabe noch einmal in ihre Rolle als Nonne Sister Mary Eunice schlüpft.
Multitalent Sarah Paulson hat es in dieser Hinsicht schon vor Staffel 13 auf die Spitze getrieben. In „Hotel“ sehen wir sie als Junkie Sally McKenna, zum Ende hin gibt es zudem ein Wiedersehen mit Medium Billie Dean Howard aus Staffel 1. Und auch in „Roanoke“, wo Sarah Paulson aufgrund der Dokumentation bereits in 2 Rollen zu sehen ist, bringt sie mit Lana Winters einen Charakter aus Staffel 2 zurück auf den Bildschirm. Ähnliches betrifft Staffel 8, in der wir neben dem neuen Charakter Wilhelmina Venable zudem Sarah Paulsons Charaktere aus Staffel 1 und 3 wiedersehen.
Als ähnlicher Allrounder erweist sich auch Evan Peters, so schlüpft er bspw. in Staffel 7 in gleich 7(!) verschiedene Rollen.
In der 8. Staffel „Apocalypse“, dem Crossover aus der 1. und 3. Staffel, gab es das erste große Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern aus „Murder House“ und „Coven“. So traten u.a. Jessica Lange als Constance Langdon, Evan Peters als Tate Langdon, Dylan McDermott und Connie Britton als Ben und Vivien Harmon, Taissa Farmiga als Violet Harmon sowie Zoe Benson, Sarah Paulson als Cordelia Goode, Gabourey Sidibe als Queenie, Frances Conroy als Myrtle Snow, Lily Rabe als Misty Day, Emma Roberts als Madison Montgomery, Kathy Bates als Madame Delphine LaLaurie und Angela Bassett als Marie Laveau wieder in Erscheinung.
Staffel 13 setzt dieses Prinzip jetzt auf die Spitze. Kathy Bates ist wieder Delphine LaLaurie, Angela Bassett wieder Marie Laveau, Frances Conroy wieder Myrtle Snow, Billie Lourd spielt sowohl Mallory aus „Apocalypse“ als auch Winter Anderson aus „Cult“, Zach Villa ist erneut Richard Ramirez, John Carroll Lynch wieder Twisty, Mat Fraser wieder Paul aus der Freak Show, und Mena Suvari gibt zum dritten Mal die Schwarze Dahlie.
Es herrscht viel Bewegung bzgl. des Auftretens der einzelnen Charaktere in den Staffeln. Dabei kann es durchaus passieren, dass man kurz mal den Überblick darüber verliert. ;) Aber gerade das macht die Serie total spannend, sorgt immer wieder für Überraschungen und lässt einen regelmäßig mit offenem Mund vor dem Fernseher sitzen. Und gerade bei AHS sollte das Ableben eines Charakters nun wirklich kein Hindernis für dessen Rückkehr darstellen ;). Staffel 13 ist dafür der Beweis.
Historische Vorbilder: War das nicht...?
„American Horror Story“ zeichnet sich ganz besonders durch seine zahlreichen, übernatürlichen Elemente aus. So machen wir im Laufe der Serie u.a. Bekanntschaft mit Hexen, Dämonen, Geistern, Aliens und Vampiren. Die Tatsache, dass die meisten Staffeln einen Bezug zur Realität aufweisen, macht einen besonderen Reiz von AHS aus. So basieren bspw. einige Charaktere auf Personen, die tatsächlich existieren bzw. existiert haben. In manchen Fällen treten sie direkt mit dem gleichen Namen auf, andere Figuren weisen lediglich gewisse Charaktereigenschaften oder Hintergrundgeschichten auf, die auf die Verbindung hindeuten. Mitunter werden auch historische Ereignisse und Legenden mit in die Handlung einbezogen. Hier ein paar Beispiele zu den einzelnen Staffeln:
„Murder House“
- Tate Langdons Amoklauf an seiner High School basiert auf dem Massaker an der Columbine High School am 20. April 1999.
- Mena Suvari verkörpert in Rückblenden Elizabeth Short, die als „Schwarze Dahlie“ in die Geschichte einging, nachdem sie in den 40er Jahren in Hollywood grausam ermordet und verstümmelt wurde. Der Fall ist bis heute nicht geklärt.
- Serienkiller Richard Speck und sein Mord an 9 Schwesternschülerinnen im Jahr 1966 wird zu Beginn der Staffel aufgegriffen.
„Asylum“
- Die Geschichte von Kit Walker und seiner Frau Alma geht zurück auf das Ehepaar Betty und Barney Hill, die Anfang der 60er Jahre behaupteten, von Aliens entführt worden zu sein.
- Franka Potente verkörpert in Staffel 2 Charlotte Brown, die sich als Anne Frank ausgibt und kurzzeitig Insasse in Briarcliff ist.
- Die Figur des Dr. Arthur Arden ist dem Nazi-Arzt Dr. Josef Mengele nachempfunden, der im KZ Auschwitz grausame Versuche am Menschen verübt hat.
„Coven“
- Madame Delphine LaLaurie, die in AHS von Kathy Bates dargestellt wird, war eine angesehene Dame in New Orleans im 19. Jahrhundert. Es kam schließlich aber heraus, dass sie sich in ihrem Haus Sklaven hielt, die von ihr grausam gefoltert und zu Tode gequält wurden.
- Die von Angela Bassett porträtierte Hexe Marie Laveau geht auf die gleichnamige Voodoo-Priesterin zurück, die sich in New Orleans im 19. Jahrhundert als Heilerin einen Namen machte und nebenbei als Friseurin tätig war.
- Auch der Axtmann war ein tatsächlich existierender Serienmörder, der Anfang des 20. Jahrhunderts in New Orleans sein Unwesen trieb.
„Freak Show“
- Der Großteil der Protagonisten von Elsas Freak Show hat reale Vorbilder, bspw. die Siamesischen Zwillinge Bette und Dot und Lobster Boy Jimmy. Salty und Pepper basieren auf Darsteller Schlitze Surtees, der an Mikrozephalie litt und durch seinen fehlgebildeten Kopf zur Attraktion wurde.
- Ma Petite wird von der laut Guinness-Buch kleinsten Frau der Welt dargestellt. Die indische Schauspielerin Jyoti Amge misst ca. 62,8 cm.
- Die Figur des Edward Mordrake basiert auf einer realen Legende. Diese besagt, dass der im 19. Jahrhundert lebende Mordrake auf seinem Hinterkopf ein zweites, böses Gesicht gehabt hat, das ihn schließlich in den Selbstmord getrieben haben soll.
- Twisty der Clown geht auf den Serienmörder John Wayne Gacy zurück, der im selbstgenähten Kostüm als Pogo der Clown auftrat. In den 70er Jahren vergewaltigte und ermordete er über 30 junge Männer.
„Hotel“
- Die reale Vorlage für das Cortez ist das Cecil Hotel in Los Angeles, in dem sich in der Vergangenheit einige mysteriöse Todesfälle ereignet haben.
- Der von Evan Peters verkörperte James Patrick March, Erbauer des Cortez, ist inspiriert von Serienmörder H. H. Holmes. Dieser ließ Ende des 19. Jahrhunderts in Chicago ein Hotel errichten, ein wahres Horrorhaus voller Falltüren, Geheimgänge und Foltergerätschaften.
- An der Devil's Night im Hotel Cortez nehmen einige bekannte, reale Serienmörder teil: Aileen Wuornos, Jeffrey Dahmer, Richard Ramirez, der Zodiac Killer und John Wayne Gacy.
„Roanoke“
- In der 6. Staffel wird die Geschichte der „verlorenen Kolonie“ auf Roanoke Island aufgegriffen, der ersten englischen Kolonie in Nordamerika. Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr nach England fand John White die Kolonie verlassen vor, alle Siedler waren spurlos verschwunden. Einzige Spur war das in einen Baum geritzte Wort „CROATOAN“. Ein Mysterium, das bis heute nicht geklärt ist.
- Miranda und Bridget Jane sind den Krankenschwestern Gwendolyn Graham und Cathy Wood nachempfunden, die in den 80er Jahren in Michigan mehrere Rentner im Pflegeheim ermordeten und als „Lethal Lovers“ bekannt wurden.
„Cult“
- In Staffel 7 wird Bezug genommen auf den Präsidentschaftswahlkampf 2016 in den USA und den Wahlsieg von Donald Trump.
- Lena Dunham verkörpert in einer Folge die Radikalfeministin Valerie Solanas, die als Autorin des SCUM Manifest bekannt wurde und 1968 einen Mordanschlag auf Andy Warhol verübte.
- Auch die Geschichte der Manson Family wird thematisiert. Deren Mitglieder begingen 1969 in Kalifornien mehrere Morde, eines ihrer Opfer war Roman Polanskis hochschwangere Frau Sharon Tate.
- Neben dem Künstler Andy Warhol verkörpert Evan Peters auch bekannte Sektenführer aus der Geschichte wie Charles Manson, Marshall Applewhite, David Koresh und Jim Jones.
„1984“
- Der Night Stalker Richard Ramirez (Zach Villa) ist eine der zentralen Figuren der Staffel. Der echte Ramirez ermordete zwischen 1984 und 1985 in Kalifornien mindestens 13 Menschen und wurde 1989 zum Tode verurteilt. Er starb 2013 im Gefängnis, bevor das Urteil vollstreckt wurde.
- Mr. Jingles ist zwar erfunden, aber jede Faser seiner Figur zitiert Jason Voorhees aus „Freitag der 13.“: das Sommercamp, das Massaker in der Vergangenheit, die Rückkehr des Totgeglaubten.
- „Katastrophentourismus“ bzw. Dark Tourism wird anhand realer Schauplätze thematisiert, und wie versucht wird, aus echten Tragödien Profit zu schlagen. Konkret geht es um das Haus, in dem Sharon Tate von der Manson-Familie ermordet wurde, sowie um das Anwesen von Lizzie Borden, die 1892 ihre Eltern mit einer Axt ermordet haben soll.
- Die ganze Staffel spielt im Sommer der Olympischen Spiele von Los Angeles 1984, und wer genau hinhört, bekommt die Popkultur des Jahres im Vorbeigehen serviert.
„Double Feature“
- Provincetown ist eine reale, historische Hafenstadt und in den USA tatsächlich berühmt als Künstlerkolonie und Zufluchtsort für Autoren, sowie für seine extreme Stille und Isolation in den kalten Wintermonaten.
- Die gruseligen, kahlköpfigen „blassen Kreaturen“ (Pale Creatures) sind inspiriert von einer echten lokalen Legende aus den 1930er und 1940er Jahren: dem „Black Flash“, einer angeblich schwarz gekleideten, übermenschlich beweglichen Gestalt, die nachts Einwohner von Provincetown erschreckte.
- „Death Valley“ greift die Legende auf, dass Präsident Dwight D. Eisenhower 1954 auf der Edwards Air Force Base heimlich Außerirdische getroffen haben soll. Eine UFO-Verschwörungstheorie, die tatsächlich seit Jahrzehnten kursiert. In dem Zuge begibt sich die Serie auch zur berüchtigten Militärbasis Area 51.
- Auch seine Frau Mamie Eisenhower, Richard Nixon sowie John F. Kennedy und Marilyn Monroe treten im weiteren Verlauf der Handlung in Erscheinung.
- Die Serie baut den Mythos ein, dass die Apollo-11-Mondlandung eine gefälschte Propaganda-Aktion der USA war, um die Weltöffentlichkeit von den wahren Weltraum-Aktivitäten und dem Pakt in Area 51 abzulenken.
- Valiant Thor (Cody Fern) geht auf eine ebenso reale Legende zurück: Ein angeblicher Besucher von der Venus, der Ende der 50er Jahre drei Jahre lang im Pentagon gelebt haben soll.
- Lily Rabe tritt als Amelia Earhart auf, die 1937 bei ihrem Versuch, die Welt zu umfliegen, spurlos über dem Pazifik verschwand.
„NYC“
- Die Staffel verarbeitet die frühen 80er Jahre in New York, als in der schwulen Community erste Fälle einer damals noch namenlosen Krankheit auftraten, die später als AIDS bekannt wurde. Die Gleichgültigkeit von Behörden und Polizei gegenüber den Opfern ist historisch belegt.
- Die Figur des Serienmörders Mr. Whitely („Mai-Tai-Killer“) basiert insbesondere auf den zwei realen Tätern Richard Rogers und Paul Bateson, die in den 1970er und 1980er Jahren in New York aktiv waren.
- Der feinfühlige Fotograf Theo und sein dominanter, reicher Partner Sam basieren auf dem berühmten echten Fotografen Robert Mapplethorpe und seinem Mentor und Mäzen Sam Wagstaff. Mapplethorpe wurde in den 80ern durch seine provokanten BDSM-Fotografien berühmt und erlag 1989 den Folgen von AIDS.
- Dr. Hannahs Forschungen auf Fire Island spielen auf das nahegelegene reale Plum Island Animal Disease Center an. In den 70ern und 80ern gab es hartnäckige Verschwörungstheorien, dass Krankheiten aus diesem militärischen Versuchslabor auf das Festland entkommen seien.
„Delicate“
- Hier gibt es kein historisches Vorbild, sondern ein literarisches: den Roman „Delicate Condition“ von Danielle Valentine (2023). Und natürlich „Rosemary's Baby“ von 1968, an dem sich die Staffel in praktisch jeder Folge abarbeitet.
- In dem Zuge wird die reale Schauspielerin Mia Farrow im Jahr 1967 am Set von „Rosemary's Baby“ gezeigt, zusammen mit ihrem damaligen Mann Frank Sinatra.
- In einer Rückblende ins Jahr 1555 sehen wir die englische Königin Maria I., besser bekannt als „Bloody Mary“, die unter extremen Scheinschwangerschaften litt und verzweifelt versuchte, einen katholischen Thronfolger zu gebären.
Style: Einfach typisch AHS
AHS zeichnet sich durch seinen ganz eigenen Stil aus, der sich überall, von der Handlung, den Akteuren bis zum Marketing, widerspiegelt, und den ich ganz einfach „typisch AHS“ nenne.
Die gewählte Musik und die visuellen Eindrücke haben einen ganz eigenen Charakter und sorgen in Kombination für mich mit dafür, dass „American Horror Story“ eine schockierende aber auch sehr stilvolle und ästhetische Horrorserie ist.
Auch der bereits genannte schräge, aber irgendwie auch wieder passende Themen-Mix trägt mit dazu bei, wobei ich hier vor allem an meine absolute Lieblingsszene aus AHS in Staffel 2 denken muss. In der düsteren Umgebung der Nervenheilanstalt konnte man mit allem rechnen, aber nun wirklich nicht mit einer bunten Musical-Einlage. Doch Sister Jude gibt hier tatsächlich mit der Unterstützung der anderen ihre ganz eigene Version des Songs „The Name Game“ zum Besten. Mittlerweile kann ich das Stück ohne Probleme frei mitsingen und spätestens seit diesem Moment weiß ich, bei AHS ist alles möglich. ;-)
Ähnlichen Kultstatus unter den Fans hat das Serienintro, das für jede Season individuell angepasst wird. Bei den gewählten Sequenzen handelt es sich nicht direkt um Szenen aus der Serie, vielmehr werden thematisch zur Staffel passende Bilder eingesetzt, um vorab einen Stimmungseindruck zu geben. Unterstützt wird dies durch eine schaurig-schöne Melodie, die im Wesentlichen immer die Gleiche ist, bei der ein oder anderen Staffel aber entsprechend dem Inhalt angepasst wurde. So hört man bspw. aus dem Intro für „Freak Show“ passenderweise Zirkusmusik heraus, und das Intro zu „1984“ ist optisch und musikalisch komplett an die 80er angelehnt. Die einzige Staffel, bei der auf besagten Vorspann verzichtet wurde, ist „Roanoke“, was bei den meisten Fans (mich eingeschlossen) nicht unbedingt gut ankam.
Das Anthologie-Format sorgt dafür, dass man jedes Jahr aufs Neue gespannt sein kann, was sich die Macher für die kommende Staffel für neue Horrorszenarien einfallen lassen. Auch bezüglich der Art und Weise der Bekanntmachung des Themas sind diese mehr als kreativ. Besonderes Highlight, vor allem bei den ersten Staffeln, waren die zahlreichen, meist ca. 15 Sekunden langen Teaser, wobei einer verrückter ist als der andere. In diesen wird nichts inhaltlich verraten, sie sind aber zum Thema passend und einfach schön schräg. Für gewöhnlich wurde auch immer im Laufe der Marketingkampagne der mit Spannung erwartete Titel der neuen Season verkündet. Doch auch in diesem Zusammenhang tanzt die 6. Staffel etwas aus der Reihe, hier wurden die Fans von den AHS-Machern regelrecht auf die Folter gespannt. Bis zur Premiere der ersten Folge wurde darum ein großes Geheimnis gemacht. Auf die kurzen Teaser wollte man dabei trotzdem nicht verzichten, doch wurden diese mit dem Ziel veröffentlicht, den Zuschauer ordentlich zu verwirren. Darin wurden die unterschiedlichsten Schockmomente gezeigt, jeweils in Kombination mit „?6“. Da wusste man als Fan erst recht nicht mehr, was einen thematisch erwartet, und es gab die unterschiedlichsten Theorien. Bei Staffel 13 lief es genau umgekehrt: Der Cast wurde schon an Halloween 2025 auf Instagram verkündet, ein Jahr vor dem Start. Aber auch das macht den Reiz von „American Horror Story“ aus, man weiß nie, was als Nächstes kommt.
Und dann war da noch: „American Horror Stories“ - und noch mehr
Seit 2021 gibt es ein Spin-off, das man leicht mit der Hauptserie verwechselt, weil sich die Titel nur um ein „s“ unterscheiden. „American Horror Stories“ erzählt keine Staffelgeschichte, sondern eine abgeschlossene Horrorgeschichte pro Folge. Manche davon spielen in bekannten Kulissen, gleich die erste Doppelfolge führt zurück ins Murder House, andere stehen komplett für sich. Von 2021 bis 2024 sind drei Staffeln erschienen, der zweite Teil von Staffel 3 kam als fünfteiliges Halloween-Paket. Seitdem ist es still um das Spin-off geworden, offiziell abgesetzt ist es aber nicht.
Die Qualität der Folgen schwankt hier teilweise ordentlich. Doch es sind auch einige tolle Episoden dabei, besonders „Dollhouse“ oder auch „X“ sind mir in Erinnerung geblieben. Und auch den berühmt-berüchtigten „Backrooms“ wird in Staffel 3 eine Folge gewidmet. Es ist also für alle Geschmäcker was dabei.
Und wer genug von Horror oder übersinnlichen Geschichten hat, für den hält das von Ryan Murphy und Brad Falchuk kreierte American-Story-Franchise noch mehr bereit. Neben den Spin-off-Serien „American Sports Story“ sowie „Love Story“, bei der in der ersten Staffel die Beziehung zwischen John F. Kennedy Jr. und Carolyn Bessette im Fokus steht, hat mich ganz besonders „American Crime Story“ begeistert. In der 1. Staffel wird der Prozess gegen O.J. Simpson thematisiert, Staffel 2 wiederum fokussiert sich auf die Ermordung von Gianni Versace und besonders auf die folgende Suche nach dem Serienmörder Andrew Cunanan. Die Clinton-Lewinsky-Affäre ist das Thema der 3. Season. Für mich waren diese Staffeln eine tolle Abwechslung zum Horror-Genre, und beim genauen Hinsehen fällt einem auch hier das ein oder andere bekannte Gesicht auf.
Deshalb: AHS!
Es gibt genug Gründe, unbedingt mal bei „American Horror Story“ reinzuschauen. Entscheidend ist, dass man sich dann auch wirklich darauf einlässt, denn wie mittlerweile wirklich klar sein sollte: Die Serie ist schon recht speziell und total abgedreht. Aufgrund der unterschiedlichen Themen und dem individuellen Geschmack ist es ganz normal, dass einem nicht unbedingt jede Staffel zusagt. Die Meinungen, was denn nun die beste oder schlechteste Season ist, gehen demzufolge durchaus auseinander. Es lohnt sich also auch, den anderen Staffeln eine Chance zu geben.
Wo anfangen? Die Chronologie muss nicht zwingend eingehalten werden. Wer aber Staffel 13 verstehen will, sollte mindestens „Murder House“, „Coven“, „Freak Show“, „Hotel“, „Cult“ und „Apocalypse“ kennen, denn aus genau diesen Staffeln kommen die Figuren, die jetzt zusammentreffen.
Ich persönlich kann jeder Staffel etwas abgewinnen, und für mich ist es nicht unbedingt einfach, ein persönliches Ranking zu erstellen. Ich versuche hier aber mein Bestes:
- Asylum
- Murder House
- Coven
- Freak Show
- Apocalypse
- Hotel
- 1984
- Roanoke
- Cult
- Double Feature
- NYC
- Delicate
Und ich hoffe sehr, dass sich die neue Staffel „13“ ganz oben in diesem Ranking einreihen wird.
Und die Zukunft? Ryan Murphy hat bereits bestätigt, dass Staffel 13 nicht das Ende ist. An Staffel 14 wird schon gearbeitet, und FX hat sinngemäß gesagt: Solange Murphy Staffeln machen will, werden sie gesendet. Der „Horror“ geht also weiter. Und ich bin dabei. ;-)
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